Begegnungsstätte

Stiftungszweck der Elisabeth und Helmut Uhl Stiftung ist die Förderung von Wissenschaft und Kunst mit dem Ziel, Begegnungen zu ermöglichen und Vernetzungen zu schaffen, aus denen der Gesellschaft dienende Innovationen hervorgehen können. Dazu will die Stiftung auf dem Buchnerhof „Grenzgänger“ zusammenbringen, Wanderer zwischen Disziplinen und Kulturen, wobei hier explizit auch unterschiedliche Denkkulturen gemeint sind.

Als Ort der Begegnung wurde in den Südtiroler Bergen, 50 Gehminuten über dem Etschtal, eine sich in das Gelände schmiegende Begegnungsstätte errichtet. Ihr Konzept ist satzungsgemäß aus einem internationalen Architektur-Wettbewerb hervorgegangen. Die - für alle noch gehfähigen obligatorische - Annäherung zu Fuß, auf dem gleichen Pfad, den Pilger seit Jahrhunderten zum berühmtesten Südtiroler Wallfahrtsort, dem Kloster Weissenstein, einschlagen, will als erster Schritt der Begegnung verstanden werden, und die sich am Ziel bietenden Ausblicke sollen den Blick weiten und bei der Bildung vertiefter Einblicke Pate stehen.

Wer soll sich auf dem Buchnerhof begegnen? Zum einen junge Menschen, die ihr Berufsleben noch vor sich haben, die über spezielle Begabungen verfügen, aber noch nicht zum Spezialisten geworden sind und die drum Ihre Begeisterungsfähigkeit unbefangen in einen Diskurs einbringen können. Und zum anderen Ältere, die auf ein erfolgreiches Berufsleben zurückblicken können und bereit sind, in der Begegnung ihren reichen Erfahrungsschatz in einen neuen Kontext einzubringen. Dem angestrebten Brückenschlag von der Enkel- zur Großeltern-Generation - die bewusst die Elterngeneration ausspart, sie aber nicht ausgrenzen will - liegt die Überlegung zu Grunde, dass Ideen am besten gedeihen, wo Sachzwänge noch nicht ihre volle Wirkung entfalten konnten oder wo sie aus der Distanz einer vom Tagesgeschäft befreiten (auch materiellen) Unabhängigkeit betrachtet werden können.

Der Buchnerhof dient nicht nur als Begegnungsstätte, er wird auch ein landwirtschaftlicher Hof betrieben. Um das Hofgebäude herum wird Blauburgunder angebaut, der im eigenen Felsenkeller ausgebaut werden soll. Der Ertrag des Weinbergs sowie des 140 ha großen Waldes, der zwischen 300 und 1.200 m Meereshöhe mehrere Vegetationszonen umfasst, soll langfristig den Unterhalt des Buchnerhofs sichern und der Stiftung ermöglichen, sich ganz auf das Stiftungsprogramm zu konzentrieren. Zu diesem zählen in Zukunft nicht nur die Klausur-Tagungen, sondern auch die - für eine (wanderwillige) Öffentlichkeit zugänglichen - Konzerte und Theateraufführungen im Steinbruch über dem Brantental, der auf Höhe des Buchnerhofs am alten Wallfahrtsweg liegt.